Bindungsanalyse - Was ist das?



Die Bindungsanalyse ist eine Methode zur Vertiefung der vorgeburtlichen Beziehung  und Bindung zwischen den Eltern und ihrem ungeborenen Baby.
Gemeinsam werden mögliche Hindernisse "analysiert" und die Stärken des Familiensystems als Ressourcen ausgeforscht.

 

Außerdem wird bei der Bindungsanalyse die schwangere Frau in ihrer Körperwahrnehmung gestärkt, sie gewinnt einen klaren Zugang zu ihrem Kind und sich, ihren Empfindungen und Gefühlen.

 

Das Baby erlebt sich durch die Bindungsanalyse bereits im Mutterleib als Person wahr- und wichtiggenommen UND als eigenständige, von der Mutter klar abgegrenzte, Persönlichkeit. Durch dieses Wahrgenommen-, Gespürt- und Gefühltwerden kann sich das Baby sowohl körperlich, seelisch als auch geistig optimal entwickeln. Seine Persönlichkeit, sein Selbstwert und auch sein Vertrauen wachsen.
Mithilfe der Bindungsanalyse entsteht eine „seelische Nabelschnur", die die Eltern mit ihrem Baby verbindet und über die sie jederzeit kommunizieren und sich austauschen können.

 

Eine weitere große Bereicherung ist die Tatsache, dass durch die Bindungsanalyse auch der Vater des Kindes von Anfang an mit einbezogen werden kann. Er kann die Schwangerschaft viel intensiver und bereichernder erleben und bereits während der Schwangerschaft in seine Rolle als Vater hineinwachsen und eine Beziehung zu seinem Kind aufbauen. Auch kann er dadurch die veränderte Situation seiner Partnerin besser verstehen und sich besser in Mutter und Kind hinein fühlen.

„Alle Außenstehenden bemerken - auch die Hebamme - was für ein entspanntes Kind sie ist und wie gut wir uns schon kennen und verstehen – dafür bin ich der Bindungsanalyse sehr dankbar.“

bindungsanalyse
(c) Amélie Chapalain

Entstanden ist die Bindungsanalyse in den 1990er Jahren in Ungarn, wo sich die Psychoanalytiker György Hidas und Jenö Raffai mit den Zusammenhängen zwischen der vorgeburtlichen Beziehung und der späteren Entwicklung eines Kindes beschäftigten.
Als sie erkannten, wie ausschlaggebend eine gute Beziehung und Bindung bereits im Mutterleib ist, entwickelten sie die Methode der Bindungsanalyse zur Förderung und Verbesserung der vorgeburtlichen Eltern-Kind-Beziehung.

 

Von den bisherigen bindungsanalytischen Begleitungen konnten bereits eine Vielzahl von Familien auf unterschiedlichste Art und Weise profitieren.
Aus meiner Erfahrung heraus verändert sich das gesamte Familienleben auf positivste Art und Weise! In Bezug auf Schwangerschaft, Geburt, die Eltern-Kind-Beziehung und die gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes sind folgende Punkte hervorzuheben:

  • signifikant geringere Geburtsbelastungen für Mutter und Kind u.a.
    • verschwindend geringe Frühgeburtsrate von 0,02%
      (durchschnittlich 8%)
    • deutlich verringerte Kaiserschnittrate von <6%
      (durchschnittlich bis zu 30%)
    • so gut wie keine mütterlichen postpartalen Depressionen
      (durchschnittlich 12-15%)
  • Mutter und Kind gewinnen Vertrauen ineinander und in das natürliche Wesen von Schwangerschaft und Geburt - dies bildet die Basis für eine von Mutter und Kind selbstbestimmte Geburt.
  • Geringere bzw. keine Ängste vor der Geburt reduzieren das subjektive Schmerzempfinden. Das wiederum reduziert die Häufigkeit von
    geburtshilflichen Interventionen, was natürlichere und angenehmere Geburten ermöglicht.
  • Nach der Geburt finden sich die Babys leichter im Alltag zurecht und schreien seltener. Sie sind ausgeglichen, aufmerksamer und können sich leichter auf den Tag-Nacht-Rhythmus einstellen.
  • Die klare Kommunikation zwischen Eltern und Baby ist auch nach der Geburt ein großer Vorteil. Da die Familie sich schon vor der Geburt kennenlernen konnte, ist man einander bereits vertraut und Bedürfnisse können klar kommuniziert werden. Dies entspannt den Alltag ungemein.

Für wen eignet sich die Bindungsanalyse?

Funktionsweise der Bindungsanalyse