Meine Geschichte



Was bei einem "klassischen Lebenslauf" keinen Platz hat ist meine persönliche Geschichte, die ich an dieser Stelle gerne teile:
"Wie ich eine zweite Chance für ein glückliches Leben bekam..."

 

 

Geboren wurde ich am 10. Juli 1988 in Wien, wo ich auch die ersten 24 Jahre meines Lebens verbracht habe. Nach der Matura im Jahr 2006 begann ich gleich im Anschluss daran mein Studium der Physiotherapie an der „Akademie für den physiotherapeutischen Dienst am SMZ-Süd Kaiser-Franz-Josef-Spital“, welches ich nach drei intensiven Jahren 2009 abschloss.
Die ersten beiden Jahrzehnte meines Lebens waren geprägt von großem Leistungsdruck, den ich mir hauptsächlich selbst auferlegt hatte (sicherlich stark beeinflusst durch ein Erlebnis aus meiner Pränatalzeit…). Ein „Zweier“ auf eine Prüfung war bereits eine kleine Niederlage…was zwar selten passierte, aber trotzdem immer gleich von mir analysiert wurde („Wo habe ich die Punkte verloren..?“) Prüfungen legte ich in dieser Zeit haufenweise ab – neben den verpflichtenden in Schule und später Akademie nahm ich auch in der Freizeit jede Möglichkeit war, mich zu beweisen – Segelschein, Skilehrerprüfung, Motorbootführerschein, Reitlizenz, Tanzleistungsabzeichen um nur einige zu nennen…

 

 

Nach meinem Studium legte ich erneut keine Pause ein. Am Tag nach der Diplomübergabe war mein erster Arbeitstag in einem Physikalischen Institut in Wien. Dort war ich für 30 Stunden angestellt, gleichzeitig begann ich mir meine eigene freiberufliche Praxis aufzubauen. Einige Abende pro Woche arbeitete ich ehrenamtlich als Tanzlehrer-Assistentin in einer Tanzschule, wo ich damals auch meinen jetzigen Mann kennenlernte. Wir bemühten uns sehr um Zeit für unser Privatleben, was jedoch sehr schwierig war, weil ich ja auch jeden Tag meine beiden Pferde außerhalb von Wien versorgen musste…das ganze „Projekt“ endete in nächtlichem Wäschewaschen, in den ohnehin schon kurzen Nächten und einem unglaublich großen, dauerhaften Stresslevel. Eineinhalb Jahre lang schaffte ich trotzdem, das alles gleichzeitig zu bewältigen! Und dann…

 

 

…dann ging gar nichts mehr.
Was manche lieber als „Burn Out“ bezeichnen (immerhin kann man sich bei der Bezeichnung vorstellen, dass man sich da etwas „erarbeitet“ hat) war schlicht und einfach eine schwere Depression. Mit körperlichen Symptomen, die ich damals nicht verstand, rückblickend aber als Panikattacken einstufen kann.
Ich hatte das Glück eine gleichzeitig sehr empathische UND kompetente Psychotherapeutin empfohlen zu bekommen (die ich bis heute selbst gerne weiter empfehle), bei der ich ein Jahr lang mehr oder weniger regelmäßig in Therapie war. Unterstützung bekam ich auch von einer sehr engagierten Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie…dieses Team ermöglichte mir wirklich zu verstehen um was es da ging. Dass ich mein Leben bisher hauptsächlich an den Interessen anderer orientiert hatte und mich im Grunde wie eine hilflose Marionette fühlte…es war eine sehr lehrreiche und intensive Zeit für mich, die ich auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin ohne Medikamente meistern konnte (ich wollte zum ersten Mal wirklich ich selbst sein und nicht wieder durch etwas beeinflusst oder gar von etwas abhängig sein).
Es ist mir so wichtig das alles hier zu schreiben, weil ich anderen in einer ähnlichen Situation Mut machen möchte! Man kommt da wieder raus! Es ist viel Arbeit, aber es ist möglich! Und in meinem Fall sprechen wir nicht von leichten depressiven Verstimmungen sondern von Depressionen mit Suizidgedanken. Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen - genauso wie körperliche – sie sind kein Schicksal, kein Zeichen von Schwäche,…sondern einfach Erkrankungen, die - genauso wie körperliche – durchaus komplett heilbar sein können. (Sehr gute Aktion dazu: http://www.promente-kijufa.at/kontakt-service/news/newsbeitrag/kinospot-red-ma-drueber.html)

 

 

Als ich meine Gedanken und Gefühle geordnet hatte war mir klar: Ich muss raus aus Wien! Ich fühlte mich schon mein ganzes Leben lang in der Natur am wohlsten und jetzt wurde mir klar WIE wichtig sie mir war. Glücklicherweise war mein Mann damals von der Idee auch angetan und so begann die Suche nach einem Grundstück…

 

 

Im April 2012 war es dann soweit – wir übersiedelten mit unseren beiden Pferden auf unseren Bauernhof in den Dunkelsteinerwald, den wir nun gemeinsam bewirtschaften. Die ersten Jahre standen im Zeichen der Baustelle à la „Hinterholz 8“…nochmals eine harte Prüfung für uns beide!
2014 feierten wir dann unsere Hochzeit auf unserer Lichtung im Wald mit anschließender Feier im Stadl und 2015 kam unsere wunderbare Tochter Elena Felice auf die Welt.
Die Jahre des „Abstands von der Zivilisation“ haben mir sehr gut getan und waren für meine tiefgreifende Heilung sicher auch notwendig…jetzt kann ich Menschen auf einer ganz anderen Ebene begegnen als früher und genieße es sehr, sie auf dem Weg zu ihrer persönlichen Heilung zu begleiten und zu unterstützen. Und ich kann aus Erfahrung und voller Überzeugung sagen, dass Krisen im Leben nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch echtes Potential für inneres Wachstum und Heilung haben!

 

 

Als wir Anfang 2016 über eine Krankheit unserer Tochter auf die IPPE-Therapie (Integration von prä- und perinatalen Erfahrungen – www.ippe.at) stießen, erwachte mein therapeutisches Interesse immer mehr wieder zum Leben. Ich tauchte immer tiefer in die prä- und perinatale Welt ein, begann auch selbst meine vorgeburtliche Zeit mithilfe einer Therapeutin zu erforschen.
Und spätestens seit meinem IPPE-Einführungsworkshop im Herbst 2017 steht für mich fest, dass die Beschäftigung mit der Zeit um Schwangerschaft und Geburt eine meiner Berufungen ist!

Als perfekte Ergänzung befinde ich mich derzeit auch in der Ausbildung zur „Bindungsanalyse/Vorgeburtlichen Beziehungsförderung“, die eine wunderbare Begleitung für jede Schwangere und ihr Kind darstellen kann. Es geht dabei darum, möglichst früh eine stabile Beziehung und Bindung zwischen Mutter und Kind zu ermöglichen, was wiederum die beste Prävention für prä-und perinatale Traumata darstellt. Die beste Begleitung und Prävention „von Anfang an“!

 

 

Im  Jänner 2018 habe ich meine Praxis im Dunkelsteinerwald eröffnet (vorerst arbeite ich nur im Ausmaß der Geringfügigkeit, um genug Zeit für unsere Töchter zu haben) und lasse in meine Arbeit als Physiotherapeutin auch einige energetische Methoden, mein Wissen über Psychosomatik sowie ganzheitliche Heilungskonzepte einfließen, die ich mir im Laufe meines Lebens angeeignet habe.

 

 

Ich staune jeden Tag über das Leben und seine Fügungen und freue mich über jede neue Chance, zu wachsen und zu lernen...


"Die Kunst zu leben besteht darin, zu lernen, im Regen zu tanzen, anstatt auf die Sonne zu warten." - unbekannt